Alpiner Weg (drahtseilgesicherte oder besonders ausgesetzte Stelle, Firn, Blockhalde)
D55
St-Etienne-de-Tinée » Roya
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4h15 |
13.1 km
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1083 m
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733 m
Man folgt dem GR® 5 und verlässt das mittelalterliche DorfSt-Etienne-de-Tinée entlang des Flusses La Tinée. Der Weg umgeht den Schiort Auron im Wald, führt zum grasbewachsenen Blainon-Pass und gelangt über Clot Giordan zum Etappenziel, dem Weiler Roya.
Die gesamte Etappe ist weiß-rot markiert. An der Gendarmerie des Dorfes vorbei geht es unterhalb der D 39 auf einer kleinen Straße entlang, die später zu einem guten Weg wird. Bei einer Kurve gelangt man wieder auf die D 39 in Nähe der Kapelle Saint-Maure. Nun wendet man sich nach links (Süden) und spaziert 200 m weit auf der Straße nach Auron (D 39). Rechts steigt man über eine Stiege in den Wald hinein auf, kommt an einem Oratorium vorbei und erreicht nach zahlreichen Serpentinen den kleinen Sattel (1665 m) am Rand des Auron-Plateaus. Über eine Straße (Demandols) erreicht man Auron auf 1602 m Höhe. Hier folgt man den Stützen des Schilifts von Riou und überquert ihn. Man bleibt unterhalb der D 389, wandert unter dem Kabel der Las Donnas Seilbahn und an einem Haus und einem Brunnen vorbei (letzte Wasserstelle vor dem Ortsrand von Roya). Man hält sich östlich, umgeht den Golfplatz und nimmt den sehr steil aufsteigenden Weg. Über einen Hügel (Markierung 12) erreicht man einen guten Weg, der zuerst auf der selben Höhe und danach an einem Aussichtspunkt der Gemsen vorbei führt. Aufsteigend erreicht man in Schlangenlinien einen Waldweg, dem man nach Osten folgt und den man rechts zugunsten eines guten Steigs verlässt, der auf den Blainon-Sattel (2011 m) führt. Anschließend geht es auf dem Südhang rechts talwärts zuerst an einer Schäferei (1922 m) und dann an den Überresten der Kapelle Saint-Sébastien (zum Heiligen Sebastian, 1795 m) vorbei. Von hier wandert man in das kleine Lugière-Tal, das man queren muss. Es geht links hinunter und nach den Scheunen von la Salle gelangt man zu einem Kalvarienberg, dann zu einem Brunnen und schließlich nach Roya (1500 m). (Paul Guglielmi, CDRP 06)
Natur- und Kulturerbe
Am Rand des Nationalparks Mercantour wagt sich dieser Teil des Weitwanderwegs GR® 5 (der Chamonix mit Nizza verbindet) in das Herzen eines bekannten Tourismusgebietes, einer Verbindung von Wäldern und Almen, die von der menschlichen Planung und den Zwängen der Natur geprägt ist. Nach dem Dorf St Etienne-de-Tinée gelangt man zu dem beunruhigenden Erdrutsch von Clapière, der vor 12 Jahren begonnen hat und Grund zur Sorge gibt: Die Gefahr, dass das Flussbett der Tinée verschüttet wird, ist gegeben und würde zur Überschwemmung eines Teiles des Tals führen. Daher wurde ein Tunnel gebaut, um das Wasser umzuleiten. Die Straße wurde auf dem gegenüberliegenden Hang wieder erbaut. Wenig später erstreckt das große Schigebiet der Alpes-du-Sud seine Pisten bis zum Blainon-Sattel und nutzt die Vielfalt der Natur (tiefe Schlucht, grüne Wiese und Ebene, Wildfluss und Wasserfläche, Gipfel und Klippen), um eine ganze Palette von Sportaktivitäten anzubieten. Trotz des gut entwickelten Tourismusangebotes bewahren die Dörfer St Etienne-de-Tinée und Auron noch die Spuren einer älteren Geschichte. Seit Jahrhunderten schon sind sie durch ihre Nähe verbunden: Auron war bis 1937 der Kornspeicher des großen Bergmarktes, bis aus den Feldern von beiden Dörfern gemeinsam verwaltete Schipisten wurden. Entlang des Weges trifft man immer öfter auf Kapellen mit denkmalgeschützten Fresken, die von der ewigen Suche nach göttlichem Schutz zeugen. Die romanische Kapelle St Erige-de-Auron in Auron wurde 1451 dieser Schutzheiligen geweiht, die totgeborene Kinder schützte oder zum Leben erweckte, die kranke Kinder heilte und die Zungen der Stummen löste. Im Osten am Hang des Berges kann man den Weg der Energie erkennen, eine etwa 8 Kilometer lange Strecke, die während der zwei Weltkriege von der Gesellschaft „Energie électrique du littoral“ (Elektrische Energie des Küstenstrichs) zur Beförderung von Material und Arbeitern angelegt wurde. Man wollte am Rabuons-See elektrische Energie aus Wasser herstellen, die dort erfasst und in eine Druckleitung injiziert werden sollte. Dieses ehrgeizige Projekt fiel jedoch dem Zweiten Weltkrieg zu Opfer. Nach diesem Nebeneinander von Kulturerbe und modernen Techniken – (Auron erhielt als dritter französischer Ort 1937 eine Seilbahn) – bietet uns der Blainon-Sattel ein wunderbares Panorama: Im Nordosten liegt der Las Donnas-Gipfel, im Westen das Tinée-Tal vor dem Mercantour, im Süden das Roya-Tal. Der Abstieg nach Roya erfolgt zwischen Schafhütten, Almscheunen und Kapellen. Einige Scheunen sind nur zu Fuß erreichbar und wurden von den Besitzern, die darin einen Teil des Jahres leben, renoviert. Im Talinneren befand sich eine Hütte, die vor einigen Jahren jedoch abbrannte und derzeit wieder aufgebaut wird. (Sara Zeidler, Gilles Chappaz, Grande Traversée des Alpes)
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